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„Morgendunst über der Donauhochebene, Hörnerklang, der durch das Gelände trägt, Jagdknechte sind zu Fuß und zu Pferd auf unwegsamen steilen Pfaden unterwegs. Netze werden geknüpft, Spuren gelesen, Blickachsen geprüft. Der Leithund arbeitet, Hörner antworten vom Hang gegenüber"

Wir haben den Auftrag, für die Herren von Fürstenberg eine hohe Jagd vorzubereiten. Unser Herr, Graf Heinrich VI. von Fürstenberg (der Löwe), hat vom Fürstabt in St. Blasien (die Sau!) das Jagdrecht im Wutachtal übernommen und es gilt, das Gelände auf Hirsche zu erkunden. Am Sonntag müssen wir wissen, wo die Hirsche stehen und in welche Richtung wir sie treiben müssen, denn für Sonntag hat sich der hohe Herr angekündigt. Der Graf und seine Gäste kommen von der Entenburg und wünschen, ein gut eingerichtetes Jagdlager vorzufinden, da sie schon einige Zeit unterwegs sind.

       


Zwischen Wald und Lager entstehen kleine Szenen wie aus dem Le Livre de la Chasse des Gaston Phoebus:



Die Hörner ertönen in klarem Schall...
FILM1 - Üben (Das Signal wurde spontan "röchelnder Elch verendet im Unterholz" getauft)
FILM2 - Signal
... während sich die kleine Jagdgesellschaft auf die kommenden Ereignisse einstimmt.

   



Der Freitag ist der Sondierung des Terrains gewidmet, dem Angehen des Wildes mit dem Spürhund, dem Üben mit Spieß und Bogen, der gemeinsamen Vorbereitung der Jagd.

 
         
   


Nach verrichteter Arbeit versorgen sich die Jagdknechte mit einem deftigen Rübeneintopf (und frisch gepflücktem Löwenzahnsalat) und wärmen ihre kalten Füße am Feuer.

   

 

Meister Grünwald schwört im Übrigen, daß er eine Erscheinung des Heiligen Taraxacum beim Löwenzahnpflücken hatte. Er hielt es für ein Wunder und gab prompt ein Tafelbild in Auftrag. Aber, na ja... Wir alle kennen Meister Grünwald. Der redet viel, wenn der Tag lang ist... und das dritte Bier ausgetrunken...

   


Oder hat er vielleicht doch Recht? Wenn ich mir so den Hintergrund des rechten Bildes betrachte, da komme ich schon ins Grübeln...


Am Samstag schließlich wird das Stück gestellt und ins Lager gebracht...

 
 
     
 


... gefolgt von Zerwirken, Kochen und dem gemeinsamen Lagerleben. 

   


Rehrücken und Filet werden in gehacktem Rosmarin und zarten Fichtennadeln gewälzt und später als Appetithäppchen gebraten. Der Rest vom Bock geht ins Rehragout - mit Wacholder, Lorbeer, Honig und Zimt. Dazu werden frisches Brot und - für die Vegetarier - mit würzigem Käse überbackene Rüben und Sellerie kredenzt, ebenso gekochter Löwenzahn à la Épinard.
Was die Menschen nicht essen mögen vom Fleisch, das wird kurz angebraten und an die Hunde verfüttert.
 

Unser historischer Rahmen:

Wir sind die Jagdknechte, die das Lager für die Herren vorbereiten - mit einem Jagdmeister als Offizier und 2-3 berittenen Knechten (die Organisation ist aus Kaiser Maximillians Jagdbüchern bekannt).

 
     
   

 
Wildbret/Fleischproduktion durch Jagdknechte (ohne daß Herren zur Belustigung jagen) ist dem Livre de la Chasse zu entnehmen. Die Hirschjagd hingegen bleibt dem Adel vorbehalten.

Einige Aspekte der spätmittelalterlichen Jagd und ihrer Vorbereitung: Spurensuche mit Spürhund, Zielschiessen mit dem Bogen, das Flechten von Fangnetzen.
Es wurde übrigens im Vorfeld eigens eine Spur gelegt, die der Hund auch erfolgreich aufgespürt hat.

   

 

Die berittenen Knechte sollen trainieren, da sowohl Pferde als auch Reiter geübt sein müssen.
Unser "Wildschwein" Daniel wird mächtig zum Schwitzen gebracht, als er vor den beiden Lanzenträgern flüchten und Haken schlagen muß.
Rufus, den der Sattel drückt, verweigert die aktive Beteiligung an der Sauhatz. Er hat als Vegetarier ohnehin keinerlei Interesse an Schweinefleisch und möchte lieber in Ruhe grasen gehen. Fehlt nicht viel, daß er mit gekreuzten Vorderbeinen an der Wand lehnt...

   


Neben den Pferden sind bei uns auch die Hunde ein integraler Bestandteil des Lagers. Im Mittelpunkt steht (bzw. sitzt) Oscar, der Spürhund, flankiert von den Hütehund-Damen Sukie und Frieda.

   


Hundeführer Karl Karotte ist übrigens ein eigenartiger Genosse. Irgendwie... na ja: weibisch. Die Wangen glatt wie ein Kinderpopo. Er hadert sehr damit, von den anderen Männern nicht ganz für voll genommen zu werden. Ich habe ihn ertappt, wie er sich mit einem Stück Kohle einen Oberlippenbart malen wollte. Seine enge Beziehung zu unserem Jagdmeister ist auch... sagen wir: fragwürdig. Ebenso sein Hang, seltsame Dinge mit Karotten zu tun...

 


Oscar und Frieda liefern sich wilde Hundespiele. Frieda himmelt Herrchen und Frauchen an.
FILM Hundespiele

 


Der Maibock wurde natürlich nicht am Samstag mit der Armbrust erlegt, sondern wenige Tage vorher von einem Jäger waidgerecht geschossen.

 


Ein weiteres Opfer gibt es noch zu beklagen (neben dem Maibock, natürlich, denn der mußte im Vorfeld auch sein Leben für uns lassen):

Dieser namenlose kleine Grapen gab sein Leben für die Jagdgemeinschaft.

Bei seinem standhaften Versuch, Wasser für uns zum Kochen zu bringen, wurde er hinterrücks von einem blutrünstigen Sauspieß erschlagen, der mit mehreren Spießgesellen betont lässig am Kochgalgen lehnte und harmlos tat - bis er blitzartig zuschlug. Als wir das verzweifelte Zischen des tapferen Töpfchens vernahmen, war es bereits zu spät. Jegliche Versuche der Reanimation blieben fruchtlos.

+ requiescat in pace +

 



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